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Gerade wieder in einem Artikel in der Süddeutschen gelesen:

Eine Recherche zu ihrem Doktortitel war schon zu viel: Familienministerin Köhler ließ den Anwalt los

Da ich die Formulierung schon häufiger gelesen habe, hier ein paar Gedanken dazu:

„Den Anwalt auf jemanden loslassen“ mit der Assoziation eines wilden Hundes, der dem Opfer an die Kehle springt scheint mir eine verbreitete Redewendung für die Beauftragung eines Rechtsanwaltes zu sein.

Das Bild des von der Leine gelassenen Hundes gibt dabei einmal das Bild des Anwalts als Jagd- oder Kampfhund wieder, der sich auf alles stürzt, auf das er gehetzt wird ohne die tatsächlichen Motive hierfür zu hinterfragen und zum anderen die Wildheit des Angriffs, die sicherlich aus der Unsicherheit vieler in Rechtsfragen herrührt.

Es ist also gleichzeitig eine Herabwürdigung des Anwaltsstandes als auch eine Hervorhebung seiner Gefährlichkeit.

Für viele verläßt mit der Beauftragung eines Anwaltes eine Auseinandersetzung die Ebene des normalen Umganges und erreicht eine neue Ebene der Bedrohlichkeit. Haben die Kontrahenten vorher einen fairen Schlagabtausch geliefert zieht nun einer der beiden bildhaft das Messer und erreicht so eine neue, ernsthaftere Ebene der Konfrontation. Da ein Messer aber nicht das Gefühl transportieren würde, dass eine dritte autonome Kraft sich einschaltet, die zudem andersartig, nämlich nicht lediglich mit Argumenten sondern „unfair“ mit gesteigerten Rechtskenntnissen kämpft,  die zudem mangels entsprechender eigener Kenntnisse nicht überprüft werden können, wird das Bild eines wilden Tieres wohl als passender empfunden.

Was meint die werte Leserschaft, warum dieses Bild sich einer solchen Beliebtheit erfreut?

14 Responses to “„Den Anwalt auf jemanden loslassen“”

  1. egal sagt:

    „Das Bild des von der Leine gelassenen Hundes gibt dabei einmal das Bild des Anwalts als Jagd- oder Kampfhund wieder, der sich auf alles stürzt, auf das er gehetzt wird ohne die tatsächlichen Motive hierfür zu hinterfragen und zum anderen die Wildheit des Angriffs, die sicherlich aus der Unsicherheit vieler in Rechtsfragen herrührt.

    Es ist also gleichzeitig eine Herabwürdigung des Anwaltsstandes als auch eine Hervorhebung seiner Gefährlichkeit.“

    Gewöhnlicherweise arbeiten Anwälte für Mandanten und tun auch öfter mal Dinge dem Mandanten zuliebe, die sie wohl aus eigenen Antrieb nicht getan hätten. Böse Briefe zu schreiben, die Angst machen sollen („… wir werden aufmerksam prüfen…“), auf rechtliche Möglichkeiten hinweisen, usw. sind alles Dinge, die natürlich Einschüchterung und eine Verhaltensänderung bewirken sollen. Dabei wird wohl regelmäßig recht einseitig die Sicht des Auftraggebers dargestellt.

    Die Frage ist wohl dann auch, wie sich ein Anwalt sehen möchte, der so arbeitet. Ist er mehr als ein bissiger Hund oder ein willfrömmiger, auf den Mandanten angewiesener Dienstleister?

    Im Prinzip hat es ja schon Brecht mit dem Ausspruch „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ beschrieben. Wer als Anwalt finanziell nicht unabhängig vom einzelnen Mandanten ist, muss sich ebend etwas verbiegen. Wohnzimmeranwälte mit ALG II im Hintergrund gibt es ja auch nicht mehr so wenige. Da muss man sich fragen, wie das mit dem Anwaltsverständnis zu vereinbaren ist. Der ehrbare Anwaltsberuf ist nunmal nicht staatlich alimentiert und muss sich somit auch marktwirtschaftlichen Wahrheiten (und damit den Wünschen der „Kundschaft“) stellen.

    Dass solche „Drohbriefe“ gelegentlich den Nebeneffekt haben, Probleme schon vor einer tieferen rechtlichen Streitigkeit zu lösen, ist allerdings auch unbestreitbar.

  2. RA Neldner sagt:

    Weder die SZ noch Frau Köhler haben sich glücklich verhalten. Nach der Lektüre des von Kai Diekmann veröffentlichten Schreibens muss ich mich allerdings fragen, wie man ausgerechnet auf Assoziationen mit Jagd- oder Kampfhund kommt.

    Aber es ist schon so, dass ein Anwalt nun mal die Interessen seines Mandanten wahrzunehmen hat. Im Außenverhältnis heißt das in der Regel: Attacke!
    Mir ist jedenfalls kein Anwaltsschreiben an die Gegenseite bekannt, das in etwa lautet: Nach umfänglicher Erörterung der Sach- und Rechtslage hat sich meine Mandantschaft entschlossen die Angelegenheit im Sande verlaufen zu lassen.
    Halbwegs friedlich sind daher nur die Schreiben, die auf einen Vergleich abzielen. Demzufolge haben die meisten Menschen von gegnerischen Anwälten kein gutes Bild selbst wenn es sich nicht um „Mietmäuler“ handelt.
    Daher ist es oft genug eine sinnvolle Lösung, zunächst nur verdeckt tätig zu werden. Die Alternative sind deeskalierend formulierte Schreiben. Aber das hat auch seine Grenzen.

  3. Axel John sagt:

    Es sind nicht nur Hundehalter, die für das Fehlverhalten Einzelner in Sippenhaft genommen werden.
    Es ist nunmal so, das nicht der opferbereite Blinden- oder Rettungshund im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung steht, sondern die „Kinder zerfetzende Mordmaschine“. Dass dies extreme Ausnahmefälle sind, wird auf Grund der selektiven Berichterstattung nicht klar.
    Dass die meisten Anwälte einen seriösen Job machen und sich ihrer Verantwortung durchaus bewußt sind, verschwimmt hinter der Berichterstattung über aggressive Massenabmahner, (mutmaßlich) kriminelle Inkasso-Anwälte (Abo-Fallen) und großmäulige Selbstdarsteller, die eine ausschließlich kostenorientierte Mandatschaft ausüben.
    In solchen Fällen bevorzuge ich die Assoziation „von der Kette lassen“.

  4. RA M sagt:

    Es ist doch wie in der Politik. Krieg ist die Fortsetzung der Diplomatie nur mit anderen Mitteln. Wenn sonst nichts mehr geht, muss eben der Anwalt ran. Man ist als solches ja eben nur Werkzeug seines Mandanten zum Erreichen einer ihm günstigen Position. Genauso ist es bei Hunden auch. Die tun auch oft alles was man ihnen sagt – Anwälte leider auch.

    Ist doch wie im Kindergarten. Was damals der größere Bruder soll heute der Anwalt etc. sein.

  5. IroNieOff sagt:

    Die von der Leyen gelassene sollte man wieder einfangen. 😉

    Anwälte mit Hunden zu vergleichen finde ich schon krass.
    Klar gibt es Analogien. Aber aber bei der Aufopferung und Treue (für)zu seinem Versorger verlieren Anwälte schon gewaltig. 😉
    Schönes neues Jahr.

  6. Anwälte haben Privilegien und fühlen sich ihren Mandanten gegenüber überlegen. Sie haben zusammen mit den Ruixchtern das Recht auf das letzte Wort. Durch das Recht nach RVG abzurechnen, sind die Honorare unabhängig von Qualität und Leistung.

    Die Anwälte bewegen sich in einem geschlossenen Umfeld von Kollegen und sind Organe der Staatsmacht. Die zwischenmenschlichen Beziehungen deren Mandanten unterscheiden sich wesentlich von den zwischenmenschlichen Beziehungen der in sich geschlossenen Gruppe von Anwälten.

    Öffentliche Kontrolle der anwaltlichen Tätigkeit wird erfolgreich bekämpft durch die auf dem Persönlichkeits- und Urheberrecht basierende Rechtssprechung.

    In den Schulen, einschlie0ßlich Hochschulen gibt es so gut wie kein Rechtsunterricht. Sogar die Polizisten sind rechtlich ungebildet.

    Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, dass in der Anwaltschaft der Prozentsatz an für die Gesellschaft gefährlichen Menschen höher ist als in den anderen wirtschaftlich tätigen Gruppen.

    Für die Wirtschafts,- Finanz- und Strukturkrise sind die von den Anwälten verantwortungslos geschriebenen und durchgesetzten Verträge, Gesetze, Richterurteile etc. entscheidend.

    Ein von der Leine oder besser von den Kette losgelassener Hund beschreibt die Situation schon ganz gut.

  7. studiosus juris sagt:

    Ich denke, dass die Assoziation Richtung „Bullterrier“ geht. Ein Anwalt muss die Fähigkeit haben, sich ausdauernd in einen Fall zu „verbeißen“.

  8. RA M sagt:

    @studiosus: Airedaleterrier finde ich schöner.

    Den Troll über studiosus füttere ich mal nicht…

  9. egal sagt:

    „Anwälte haben Privilegien und fühlen sich ihren Mandanten gegenüber überlegen.“

    1. Sie sind dem Mandanten fachlich überlegen. So ist nunmal das Konzept eines Spezialisten. Wäre der Mandant überlegen, bräuchte er nunmal keinen Rechtsanwalt.

    2. Das einzige Privileg, auf das der normale Bürger wirklich dem RA gegenüber neidisch werden kann, ist das Recht auf Akteneinsicht, welches ein sehr wichtiges Recht in jedem Verfahren (gg. den Staat) ist. Ansonsten ist der Anwalt nicht sonderlich mehr privilegiert als der normale Bürger.

    „Die Anwälte bewegen sich in einem geschlossenen Umfeld von Kollegen und sind Organe der Staatsmacht. Die zwischenmenschlichen Beziehungen deren Mandanten unterscheiden sich wesentlich von den zwischenmenschlichen Beziehungen der in sich geschlossenen Gruppe von Anwälten.“

    Das bezweifel ich doch stark. Anwälte mögen evtl. etwas vorsichtiger sein als der normale Bürger, aber sie verhalten sich doch genauso sonst wie der normale Bürger. Dass man sich als Anwalt untereinander ab und zu mal kennt, gerade wenn man zB eine Nische als Thema wie Marken- oder Urheberrecht bearbeitet, ist auch nichts Verwerfliches oder Ungewöhnliches. Zwischenmenschlich sind Anwälte auch keine Supermenschen, auch wenn sicherlich viele reichlich idealistisch ihre Ausbildung begonnen haben und eingie durchgehalten haben 😉

    „In den Schulen, einschlie0ßlich Hochschulen gibt es so gut wie kein Rechtsunterricht. […] Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, dass in der Anwaltschaft der Prozentsatz an für die Gesellschaft gefährlichen Menschen höher ist als in den anderen wirtschaftlich tätigen Gruppen.“

    Abgesehen, dass es doch in vielen Berufsschulen und selbst Gymnasien Rechtsunterricht gibt, stimmt es sicherlich, dass der normale Bürger oftmals zu unwissend und unbedarft handelt. Stattdessen kennt er aus der Schule besser Meiose und Elektrotechnik als wie ein Vertrag zustande kommt. Aber dieser bildungspolitischer Unsinn (Wirtschaft fehlt übrigens auch als Fach in allen allgemeinbildenen Schulen) ist keine Ausrede, warum man sich nicht selbst fortbilden kann. Die Volkshochschulen bieten solche Kurse an, zB zum Arbeitsrecht oder Mietrecht. Dort arbeiten übrigens meist diese bösen, aggressiven Rechtsanwälte in ihrer Freizeit abends.

    „Sogar die Polizisten sind rechtlich ungebildet.“

    Das stimmt so nicht. Polizisten erhalten natürlich rechtliche Unterrichtung in den für sie relevanten Gebieten (Gefahrenrecht/Verwaltungsrecht/StPO). Das kann natürlich nicht das Ausmaße eines Rechts-Studiums erreichen, aber auch die Polizei hat eigene Fachhochschulen für die Weiterbildung.

    Deswegen sind die Polizisten nach der StPO auch nur Helfer der Staatsanwaltschaft und wichtige Verfahrensschritte werden nach StPO nur vom Richter und ggf. vom Staatsanwalt veranlasst. Auch eine wichtige Ausprägung des Rechtstaatprinzips.

    „Für die Wirtschafts,- Finanz- und Strukturkrise sind die von den Anwälten verantwortungslos geschriebenen und durchgesetzten Verträge, Gesetze, Richterurteile etc. entscheidend.“

    Das ist falsch. Ein Anwalt entscheidet nicht. Er kämpft für die Interessen seines Mandantens (s.o.). Entscheider sind die Abgeordneten, die solche Gesetze machen. Sofern es selbst Anwälte mal waren/noch sind, sind es trotzdem immer noch Abgeordnete. Und die werden gewählt vom Volk. Wer also eine radikale Kehrtwende in der Politik möchte, sollte ebend nicht mehr die regierenden Volksparteien (CDU; CSU, SPD) wählen. Das hat übrigens dann auch Auswirkungen auf die höchstrichterliche Rechtsprechung, denn die Bundesrichter und Bundesverfassungsrichter werden von den Abgeordneten direkt bzw. indirekt gewählt.

  10. Tourix sagt:

    In gewisser Weise sind Anwälte tatsächlich mit Hunde vergleichbar.
    Aber nur mit den ausgebildeten Wach- und Schutzhunde,
    denn sie sollen ihre Mandanten zur Seite stehen (beraten) und dessen Rechte und Interessen wahren (wenn sie denn ihre Arbeit ernst nehmen).

    Leider ist es so, dass Hunde wenig kontrolliert die Wege vollsch…
    (letztens sogar meine Treppe) und andere Menschen ankläffen.

    Naja, offenbar haben Anwälte doch nicht so viel Gemeinsamkeiten mit den Hunden. 😉

  11. Axel John sagt:

    studiosus juris
    Ein Anwalt muss die Fähigkeit haben, sich ausdauernd in einen Fall zu “verbeißen”.
    So kann man es auch sehen. Je länger es dauert, desto mehr Geld gibt es. Zumindest, wenn man auf Stundensatz abrechnet.

    egal
    Anwälte mögen evtl. etwas vorsichtiger sein als der normale Bürger, aber sie verhalten sich doch genauso sonst wie der normale Bürger.
    Es ist wohl nicht zu bestreiten, dass der Korpsgeist unter Anwälten extrem ausgeprägt ist.
    Da gibt es welche, die geben sich auf der Kanzleihomepage einen gediegenen- und seriösen Anstrich, erklären sich aber in ihren Blogs unverhohlen mit den schwärzesten Schafen ihrer Zunft (Abmahnanwälte oder Inkassoanwälte der Abo-Fallen-Betreiber) solidarisch, wenn diese auf Grund ihres Verhaltens Ärger mit der Justiz bekommen oder öffentlich kritisiert werden.
    Das sind meist auch die, welche am lautesten über das miese öffentliche Ansehen der Anwälte lamentieren.

  12. egal sagt:
    1. Sie sind dem Mandanten fachlich überlegen. So ist nunmal das Konzept eines Spezialisten. Wäre der Mandant überlegen, bräuchte er nunmal keinen Rechtsanwalt.

    Es gibt Mandanten, die sind fachlich dem Anwalt überlegen. Wegen dem Anwaltszwang an Landgericht, müssen alle Schreiben von Anwalt bestätigt sein, in der Gerichtsverfahren dürfen nur Anwälte Anträge stellen und vieles mehr.

    2. Das einzige Privileg, auf das der normale Bürger wirklich dem RA gegenüber neidisch werden kann, ist das Recht auf Akteneinsicht, welches ein sehr wichtiges Recht in jedem Verfahren (gg. den Staat) ist. Ansonsten ist der Anwalt nicht sonderlich mehr privilegiert als der normale Bürger.

    Das Recht auf Akteneinsicht hat auch der Mandant, allerdings nur in der Geschäftsstelle. Dass wissen und wollen die meisten Anwälte nicht wissen.

    Es gibt weit mehr Privilegien: Anwälte können ihre Kosten abrechnen, der Mandant, auch wenn er sich z.B. beim Amtsgericht selbts vertritt und gewinnt, darf seine Arbeitszeit etc. nicht abrechen.

    Werden Anwälte als Zeugen geladen, können sich diese als Anwalt mandatieren, brauchen den Saal als Zeuge nicht zu verlassen – d.h. könne zuhören, was dei anderen Zeugen aussagen – und können nach Anwaltsgebühren Fahrtkosten, Flugkosten, Taxikosten etc. berechnen. Nichtanwälte haben diese Möglichkeit der Kostentreiberei nicht.

    Anwält dürfen im Saal verbleben, wenn die Richter den Saal verlassen, die Zuschauer, sind es keine Anwälte, müssen den Saal verlassen.

    Durch den Korpsgeist unterhalten sich Richter nur mit Anwälten, mit den Mandanten nicht.

    Be der Urteilsverkündung erhält der Mandant nur den Tenor zu hören. Der Anwalt kann sich die Begründung vorlesen lassen. Der Mandnatn hat dieses Recht nicht. Manche Richter lesen abwer auch dem mandanten alles vor.

    Usw., usf.

    Das bezweifle ich doch stark. Anwälte mögen evtl. etwas vorsichtiger sein als der normale Bürger, aber sie verhalten sich doch genauso sonst wie der normale Bürger.

    Anwälte dürfen im Gericht und in den Schriftsätzen lügen, sie dürfen schreien, beleidigen. D.h. sie tun es und verhalten sich wie viele normale Menschen. Das stimmt.

    Tun das jedoch die Mandanten im Gericht oder in ihren Schriftsätzen, so werden diese verurteilt, zur Kasse gebeten.

    Dass man sich als Anwalt untereinander ab und zu mal kennt, gerade wenn man zB eine Nische als Thema wie Marken- oder Urheberrecht bearbeitet, ist auch nichts Verwerfliches oder Ungewöhnliches.

    Anwälte kommunizieren mit dem Gegenanwalt, ohne den Mandanten zu informieren. Oft wechseln sie die Seiten auf ihre Art: Niedrelegung der Vertretung, schlechte und falsche Beratung/Vertretung. Alles das ist bekannt. Es ist praktisch unmöglich dagegen zu klagen.

    Zwischenmenschlich sind Anwälte auch keine Supermenschen, auch wenn sicherlich viele reichlich idealistisch ihre Ausbildung begonnen haben und eingie durchgehalten haben 😉

    Das stimmt, benehmen sich aber als solche Supermenschen. Anwälte verstecken ihr Unwisasen sehr geschickt und schieben gern die Schuld den Richtern zu. Nur wenige Anwälte sind ihren Mandanten gegenüber ehrlich

    Nur von Anwälten habe ich zu hören bekommen: „Wir haben zwei Staatsexamen. Dafür müssen wir auch mehr verdienen als andere.“ Klappt das nicht, leiden die Anwälte unheimlich, wesentlich mehr als Akademiker und Ingineure.

    Abgesehen, dass es doch in vielen Berufsschulen und selbst Gymnasien Rechtsunterricht gibt, stimmt es sicherlich, dass der normale Bürger oftmals zu unwissend und unbedarft handelt. Stattdessen kennt er aus der Schule besser Meiose und Elektrotechnik als wie ein Vertrag zustande kommt. Aber dieser bildungspolitischer Unsinn (Wirtschaft fehlt übrigens auch als Fach in allen allgemeinbildenen Schulen) ist keine Ausrede, warum man sich nicht selbst fortbilden kann. Die Volkshochschulen bieten solche Kurse an, zB zum Arbeitsrecht oder Mietrecht. Dort arbeiten übrigens meist diese bösen, aggressiven Rechtsanwälte in ihrer Freizeit abends.

    Bilden sich Nichtanwälte selber fort, werden diese von den Juristen – Anwälten und Richtern – wie Luft, sogar wie Dreck behandelt.

    Die meisten Anwälte und Richter kennen gar nicht die Rechte der Mandanten, z.B. Befangenheitsanträge, Anträge zur Aufnahme ins Protokoll auch beim LG selbst stellen zu dürfen.

    Das stimmt so nicht. Polizisten erhalten natürlich rechtliche Unterrichtung in den für sie relevanten Gebieten (Gefahrenrecht/Verwaltungsrecht/StPO). Das kann natürlich nicht das Ausmaße eines Rechts-Studiums erreichen, aber auch die Polizei hat eigene Fachhochschulen für die Weiterbildung.

    Eben nur für die Polizisten relevante Gebiete. Die Polzisten sind aber Menschen wie alle, sie haben Macht auch auf den für sie nicht relevantern Gebieten Unheil zu verrichten. Über die Folgen, Zusammenhänge, rechtliche Momente in all den Sachen, für welche die Polizisten missbraucht werden, haben die Polizisten keine Ahnung. Sie werden dumm gehalten. Das gehört zur Machtsicherung.

    “Für die Wirtschafts,- Finanz- und Strukturkrise sind die von den Anwälten verantwortungslos geschriebenen und durchgesetzten Verträge, Gesetze, Richterurteile etc. entscheidend.”

    Das ist falsch. Ein Anwalt entscheidet nicht. Er kämpft für die Interessen seines Mandanten (s.o.). Entscheider sind die Abgeordneten, die solche Gesetze machen. Sofern es selbst Anwälte mal waren/noch sind, sind es trotzdem immer noch Abgeordnete. Und die werden gewählt vom Volk. Wer also eine radikale Kehrtwende in der Politik möchte, sollte ebend nicht mehr die regierenden Volksparteien (CDU; CSU, SPD) wählen. Das hat übrigens dann auch Auswirkungen auf die höchstrichterliche Rechtsprechung, denn die Bundesrichter und Bundesverfassungsrichter werden von den Abgeordneten direkt bz. indirekt gewählt.

    Die meisten Manager und Politiker verlassen sich auf das, was die Anwälte als Fachkräfte, Experten vorbereiten und ausarbeiten.

    Fühlen Manager und Politiker, dass etwas nicht stimmt, dann sind es die Anwälte, die denen „beweisen“, dass es rechtlich nicht anders geht. Tatsächlich sind es die materiellen und ideellen Interessen der Juristen, die unser Leben maßgeblich bestimmen.

  13. Julianne sagt:

    What’s up, the whole thing is going well here and ofcourse every one is sharing facts, that’s really excellent, keep up writing.

  14. Sehe das nicht so sagt:

    Es kommt darauf an, mit welchem „Gegner“ man es zu tun hat, aber ich habe bisher das Einschalten eines Anwalts auf der Gegnerseite eher sogar als entspannend erlebt. Wenn man es mit fragwürdigen Menschen zu tun hat, die sich verhalten wie Gesetzlose, wird durch Einschaltung eines Anwalts wieder ein wenig zur Zivilisation und zu einem gewissen Niveau zurückgefunden, was auch entlastend sein kann.

    Natürlich vertritt der Anwalt seinen Mandant und es muss nicht gesagt sein, dass er mit fairen Mitteln vorgeht; natürlich kann er auch versuchen, den Gegner einzuschüchtern. Aber es kommt darauf an, auf welche Weise man sich gerne auseinandersetzt. Und ich setze mich lieber auf „intelligentere“ und zivilisiertere Weise mit einem Anwalt und den Gesetzen auseinander, als Konflikte auf einer unfairen Stammtischebene auszutragen. Unterlegen fühle ich mich Anwälten auch nicht.

    Auch außerhalb einer Auseinandersetzung mit Anwälten, oder gerade dann, können Konflikte sehr schmutzig und „stammtischmäßig“ ausgetragen werden, gefüllt mit vielen Vorurteilen, völliger Unkenntnis von grundlegenden Fragen des Zusammenlebens und des Rechts.

    Letztlich kommt es immer auf den Einzelfall an, und es ist möglich, dass das Einschalten eines Anwaltes in bestimmten Situationen als bedrohlich und „wie das Loslassen eines Hundes“ wahrgenommen wird. Sicherlich vollkommen situationsabhängig.

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