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Es ist natürlich nur ein Problem der gesteigerten Wahrnehmung, aber es kommt einem so vor als würden Fälle, in denen man deutlich gemacht hat, dass es eilig ist, eher langsamer bearbeitet.

Hier war aus verschiedenen Gründen darauf hingewiesen worden, dass schnell ein Sachverständiger herbei muss, um den Sachverhalt aufzunehmen.

Das Gericht hatte dann auch nach einiger Zeit einen beauftragt, dann geschah aber nichts. Also fragt man nach. Dann wird ein Schreiben des Sachverständigen zugeschickt, dass seit 3 Wochen bei Gericht lag und in dem er erklärt, dass er bei näherer Prüfung festgstellt hat, dass es nicht sein Gebiet ist. Das Gericht bittet dazu um “Kenntnis- bzw. Stellungnahme”. Da hätte man, wenn man das Schreiben schon nicht gleich weiterleitet ja wenigstens der Gegenseite eine kurze Frist zur Stellungnahme geben können, damit es dann auch wirklich weitergeht.

Mein Blog läuft bei 1&1, aber nicht sehr rund. Gerade die neueren Wordpressversionen machen einiges an Schwierigkeiten, die wohl auf 1&1 zurückzuführen sind.

Es könnte an der Zeit sein umzuziehen. Hat jemand einen guten Vorschlag? Der Blog läuft mit Wordpress und hat ca. 50.000 Zugriffe pro Monat.

(oder: Wie richtet man Wordpress hier richtig ein? Das hier hat jedenfalls nicht geholfen)

Ein Kollege ruft an. Er mache gerade Urlaubsvertretung für den Familienrechtler und wolle kurz was zu einer Unterhaltsberechnung sagen. Ob ich ihm kurz die Mindestunterhaltsbeträge für 2 Kinder sagen könnte?

Klar könnte ich, aber da er aus der Kanzlei anruft frage ichwährend ich die Tabelle raushole  kurz, warum er nicht gerade schnell mal selbst nachschaut.

Ja ja, meint der Kollege, sie hätten die Tabelle sicher irgendwo, aber bis er sie gefunden hat….

Ich schlage Google und “Düsseldorfer Tabelle” vor.

Kollege: Wie, die gibt es im Internet?

Die Gegenseite arbeitet in einem Restaurant, indem ich ab und zu esse. An sich lief das Verfahren fair, aber die Gegenseite muss eben zahlen und das mag Leute nicht glücklich machen.

Jetzt haben wir uns bei einem Termin persönlich kennen gelernt. Da würde er mich also beim nächsten Mal erkennen.

Stellt einen natürlich vor die Frage, ob er so eine Klage gegen ihn persönlich nimmt oder nicht. Gerade bei Restaurants kann so etwas ja nachteilig sein.

In der Akte war mir das Urteil vom November 2009 nach mehrfachen Rumnörgeln endlich Mitte Januar 2010 zugestellt worden. Leider trotz eines entsprechenden Antrags allerdings nicht die vollstreckbare Ausfertigung. Die folgte trotz umgehenden nochmaligen Antrag dann Ende März 2010.

Nach Zugang des Urteils im Januar hatte ich auch gleich einen Kostenfestsetzungsantrag gestellt (der recht einfach war: Kosten trug zu 100% die Gegenseite).

Ich habe ihn bis heute, August 2010, nicht.

(vgl auch hier und hier)

Der Antragsgegner in einer Scheidungssache liess auf sich warten. Die Richterin fragte daraufhin die Antragstellerin ob sie eine Telefonnummer habe. Die Antagsstellerin verneinte.

Richterin: Schade, ich rufe da immer gerne an und mache die dann einmal zur Sau, dann sind die entweder gleich da oder sie sind in jedem Fall beim zweiten Termin da.

Sie berichtete dann weiter, dass einmal eine Frau mitgeteilt hatte, dass sie zwar keine Nummer hätte, aber wenn er nicht hier sei, dann sei er gewiss im Biertunnel, da sei er sonst immer. Der Biertunnel ist, wie der Name vielleicht vermuten läßt, nicht die gehobenste Adresse Siegens. Tatsächlich habe man ihn dort erreicht und nach der richterlichen Abfuhr sei er auch gleich so nüchtern gewesen, dass er kurze Zeit später einigermaßen verhandlungsfähig im Gericht war. Schade, dass keiner eine Nummer wußte. ich hätte mir ein solches Gespräch gern angehört.

In einer Vaterschaftssache ging es um die Hautfarbe des Kindes. Der Richter bemüht sich um weitere Aufklärung, ob der schwarze Antragsgegner überhaupt in Betracht kommt:

Richter: Haben Sie denn noch was festgestellt? Ich meine Sie (zeigt auf die Antragsstellerin) haben ja zum Beispiel eine eher helle Haut und Sie (zeigt auf den Antragsteller) haben ja eher eine nicht so helle Haut….

Man verbindet mit bestimmten Wörtern bestimmte Vorstellungen. Sommer hat die Assoziation von schönem Wetter. Bei Essen stellen wir uns etwas leckeres vor. Worte beschwören also ein Bild.

Ebenso ging es mir bei einer Mandantin, die nach der Besprechung des Falles noch von ihrem Urlaub erzählte.

Mandantin: Es war leider nicht schön! Unerträglich heiß! Wir hatten durchgehend über 40 Grad! Ich bin fast umgekommen!

Mir wurde auch fast etwas warm, während ich vor meinem geistigen Auge die Mandantin mit heraushängender Zunge durch eine Wüste gehen sah.

Ich: Wo waren Sie denn im Urlaub?

Mandantin: Sibirien!

Ein Kollege beauftragt uns in Untervollmacht bezüglich eines Termins vor dem Amtsgericht Siegen. Wir bestätigen den Termin.

Gleich darauf teilt der Kollege mit:

Zunächst einmal bedanken wir uns für ihre Terminsbestätigung. Wie dies fast täglich vorkommt hat dieser Termin keinen Bestand.

Klingt etwas resigniert. Da scheinen einige Termine ausgefallen zu sein. Das ist der Nachteil der leichten Verlegungsmöglichkeit in der Sommerzeit.

Aus einer Verhandlung:

Richter: … schließen die Parteien auf dringendes Anraten des Gerichts den folgenden Vergleich…”

Der Richter stoppt kurz beim Diktieren, schaut zu den Rechtsanwälten

Richter: Oder soll ich lieber aufnehmen “auf hartes Hineinprügeln des Gerichts” ?

Hätte er auch machen können.

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